Aktuelle Flugstreiklage in Deutschland und Europa

Auch im letzten Monat sorgten diverse Flugstreiks wieder für massive Ausfälle bei den In- und Auslandsflügen. Besonders hart traf es dabei die Kunden der Lufthansa bzw. deren Tochterunternehmen Germanwings, die vor allem an großen Flughäfen wie Berlin, Frankfurt und München ihre Arbeit niederlegten. Hintergrund der Streiks sind die aktuellen Tarifverhandlungen der Pilotengewerkschaft. In einem Interview mit der Münchener Abendzeitung erklärt Jörg Handerweg von der „Vereinigung Cockpit„, dass es der Gewerkschaft vor allem darum gehe, die geforderten massiven Einschnitte bei den Vorruhestandsregelungen für Piloten zu verhindern. Davon seien insgesamt 5400 Piloten und Co-Piloten betroffen. Zudem möchte die Lufthansa das zulässige Eintrittsalter von 59 auf 61 Jahre anheben. Die Streiks dauerten, immer wieder unterbrochen von bisher gescheiterten Verhandlungen, bis zum vergangenen Dienstag an. Trotz der kurzfristig abgesagten Streiks in Frankfurt ist aber noch keine Einigung in Sicht.

Flugstreik

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Ganz ähnlich sieht es bei unseren französischen Nachbarn aus. Hier legt ein Streik der „Air France“ momentan einen Großteil des Flugverkehrs lahm, der auch unsere deutschen Flugpläne durcheinanderbringt und für Verspätungen und Ausfälle sorgt. Momentan sorgen die verhärteten Fronten dafür, dass immer wieder für einen Arbeitsausstand abgestimmt wird. Die Streiks werden noch mindestens bis zum 26.9.2014 fortgeführt, am kommenden Samstag wird neu verhandelt.

Zwar machen die Fluggesellschaften hinsichtlich der Streiks Millionenverluste, die wirklichen Opfer sind jedoch die Fluggäste, denn gerade bei Streiks werden Flüge kurzfristig gestrichen, zum reagieren bleibt keine Zeit. Immerhin: Die Lufthansa hat für die Streikperiode eine Kulanzregel eingeführt, die es Betroffenen relativ unkompliziert erlaubt, ihre Flüge kostenfrei umzubuchen bzw. im Inland auf die Züge der deutschen Bahn umzusteigen, dies ist jedoch bei Weitem nicht immer der Fall.

Airlines lassen sich Zeit

Obwohl rechtlich verpflichtet, wird in der Fluggastverordnung kein bestimmter Zeitraum definiert, in dem die Airlines etwaige Anspruchsfälle abgewickelt haben müssen. Dies kann besonders für Urlauber ein schleppendes Verfahren sein. Zudem wird oft versucht, auf die sogenannte „höhere Gewalt“ zu verweisen und nur eine Teilschuld einzugestehen, um die entsprechend definierten Ansprüche möglichst klein zu halten. Mittlerweile gibt es spezielle Dienstleister, die Kunden von Airlines dabei helfen, ihre rechtlichen Ansprüche durchzusetzen. Einen Bericht über Flightright Erfahrungen gibt es bei geldsparen.de.

Trotz Streik müssen die Rechte der Fluggäste gewährt bleiben

Da es vor allem im Flugverkehr immer wieder zu Ausfällen und Verspätungen kommen kann, hat das europäische Parlament im Jahre 2004 die sogenannte „aktualisierte Fluggastverordnung“ (EG Nr. 261/2004) erlassen, die für Gesamteuropa gilt und Flüge betrifft, die in der EU starten sowie landen. Hier werden für Fluggäste unter anderem folgende Ansprüche definiert:

  • Bei Flugverspätungen hat jeder Fluggast, unabhängig des Annullierungsgrundes, ein Recht auf Versorgungs- und Betreuungsleistungen (Getränke, Speisen, Zugang zu Kommunikationsmitteln).
  • Wird der Flug ganz gestrichen, besteht sogar ein Recht auf Schadenersatz, das allerdings nur bei Selbstverschulden der Airlines zum Tragen kommt, also nicht für Streiks und/oder schlechtes Wetter gilt
  • Für Streiks gelten die gleichen Regelungen wie für verschuldete Verspätungen, inklusive einer Hotelunterbringung mit Transfer. Darüber hinaus müssen Airlines Ersatz- und Kulanzleistungen erbringen. Beispielsweise Erstattung oder Ersatzbeförderung.
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