Oberverwaltungsgericht gegen Nachtflüge über Blankenfelde-Mahlow

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Oberverwaltungsgericht gegen Nachtflüge

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat sich mit einer Klage der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow auseinandergesetzt. Nun dürfen Flugzeuge, die den BER anfliegen, den Ort zwischen 22 und 6 Uhr nicht mehr überfliegen. Tagsüber ändert sich nichts.

Oberverwaltungsgericht gegen NachtflügeIn der brandenburgischen Gemeinde, die nur vier Kilometer von der Startbahn entfernt liegt, leben etwa 27.000 Menschen. Bereits jetzt fliegen die Flugzeuge nur 200 Meter über den Einwohnern hinweg. Nach der endgültigen Eröffnung des BER soll die Gemeinde alle vier Minuten durch ein dröhnendes Flugzeug überflogen werden. In Spitzenzeiten sollen die Flieger sogar alle zwei Minuten zum Landeanflug ansetzen oder Blankenfelde-Mahlow beim Start überfliegen.

Daher zog die Gemeindeverwaltung vor das Oberverwaltungsgericht. Dort konnte sie einen Teilerfolg erringen. Die Richter urteilten, dass „für die Nacht günstigere Streckenalternativen bestehen“. Sie beriefen sich dabei auf Lärmuntersuchungen, die im Laufe des juristischen Verfahrens durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung durchgeführt wurden. Daher erklärten sie die Flugroute des Nachts für rechtswidrig. Konkret läuft das Urteil auf ein Nachtflugverbot hinaus, das zwischen 22 und 6 Uhr bestehen soll.

Der Referent des Blankenfelder Bürgermeisters Ortwin Baier verbuchte das Urteil als „Etappensieg“. Er fordert allerdings weiterhin, dass die Flugzeuge den Ort auch tagsüber umkurven. Die Verwaltung behält sich daher weitere Schritte vor. Das beklagte Bundesaufsichtsamt hat bisher noch nicht bekannt gegeben, ob es gegen das Urteil in Revision gehen möchte. Die Behörde hatte schon vor der Verhandlung angekündigt, weitere Flugrouten zu prüfen, die allerdings andere Anwohner des BER belasten würde.

Von den neuen Routen wären unter anderem die Anwohner des Berliner Ortsteils Lichtenrade betroffen. Dort kündigte eine Bürgerinitiative bereits Proteste an. Matthias Schubert, der Sprecher des Aktionsbündnisses Berlin-Brandenburg, erteilte dem Flughafen sogar eine generelle Absage: „Erneut zeigt es sich, dass Schönefeld der falsche Standort für den Flughafen ist.“

Foto: © cirquedesprit – Fotolia.com

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