Horst Amann ist kein Zauberer: Antworten zum BER-Debakel

Flugrouten am Flughafen BER sorgen für neuen Ärger
November 6, 2012
BER-Eröffnungstermin steht unter Vorbehalt fest
November 14, 2012

Als der neue Technichef Horst Amann seinen Job am 1. August diesen Jahres aufnahm, lagen alle Hoffnungen bei ihm. Ein Lösung für alle Probleme ist er nicht. Ein Auf und Ab von guten und schlechten Nachrichten zum neuen Hauptstadtflughafen BER prägen die Presse.

Hauptgrund für die bereits abgesagte Eröffnung im Juni 2012 war das Problemkind „Brandschutzanlage„.  Doch ein kleiner Erfolg zeichnete sich hier ab: Erstmalig gab der Brandschutzgutachter hhpberlin schriftlich Bauverstöße zu, die auch die Inbetriebnahme am 27. Oktober 2013 ins Wanken bringen. Amann führe derzeit intensive Gespräche mit Brandschutzgutachtern und Bauexperten. Dazu besichtigte Amann vorgestern auch das BER-Terminal. Von offizieller Seite heißt es aber, es gebe keine Krisensitzung. Der Eröffnungstermin im nächsten Oktober sei noch realitisch.

Die größten Umbauarbeiten sind nach derzeitigen Stand im Terminal notwendig. Da zuständige Firmen sich nicht an Vorgaben des Brandschutzes gehalten haben, müssen Gebäudeteile abgerissen werden. Um im Brandfall das Feuer automatisch zu löschen, ist im gesamten Terminal eine gewaltige Sprinkleranlage installiert. Nun müssen Teile davon neu verlegt werden. Darüber hinaus wird den Schließanlagen kritisch gegenüber gesehen. Ihre Aufgabe ist es, die Rauchverbreitung im Terminal bei einem Feuer zu verhinden. Selbiges gilt für das Entrauchungssystem, dass giftige Gase nach draußen leitet. Welche Ausmaße diese Umbaumaßnahmen haben und ob sie den Zeitplan gefährden, ist laut Amann noch offen.

Logischerweise kommen auf die Steuerzahlen neue Kosten zu. Auch einige Abgeordnete sind der selben Meinung. Am letzten Donnerstag wurden weitere 444 Millionen Euro im Berliner Abgeordnetenhaus für den BER freigegeben. Damit taucht eine weitere Frage auf: Ist die weitere Finanzierung sichergestellt? Ein kleines Risiko existiert. Bisher fehlt grünes Licht aus Brüssel, das die Finanzspritzen aus Berlin und Brandenburg sowie vom Bund genehmigt. Weitere 1,2 Milliarden Euro sind für Weiterbau, Schallschutz und mögliche Schadensersatzforderungen notwendig. Nach Angaben der Flughafengesellschaft sei in den nächsten Tagen mit konkreten Ergebnisse zu rechnen. Das letzte Wort hat immer noch der Technikchef Horst Amann!

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.