Ein Blick in den Geisterbahnhof BER

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Es mag nicht viele Bauabschnitte am neuen Berliner Flughafen geben, die sich mit dem Prädikat bereits fertig auszeichnen dürfen. Wo oben noch mehr oder weniger fleißig gearbeitet wird, da ist im unteren Bereich eigentlich alles schon einsatzbereit. Seit 16 Monaten ist der unterirdische Terminalbahnhof bereits einsatzfähig und auch Züge verkehren dort schon. Doch die hochmodernen Züge transportieren keine Passagiere, sie sorgen für eine regelmäßige Belüftung. Der verlassene Bahnhof am Berliner Flughafen BER, der vermutlich einsamste Ort in und um Berlin.

Terminalbahnhof am Flughafen BER

Flughafen Berlin Brandenburg, so heißt die Geisterhaltestelle. Hier sieht es nicht nur neu aus, hier riecht es auch noch neu. Keine Zigarettenkippen, keine Graffitis oder Kaugummis. Die Anzeigentafeln arbeiten, die Uhr tickt und selbst die Fahrkartenautomaten sind einsatzbereit. Die Haltestelle ist ausgelegt für 125.000 Menschen pro Tag. Doch die Wahrheit sieht leider vollkommen anders aus, vereinzelt schleichen sogenannte Brandwachen über den Bahnsteig. Am 30. Oktober 2011 wurde der Bahnhof offiziell abgenommen und als fertig eingestuft. Peter Schulze, agierte als Bauherr für die Bahntochter DB Netze sieht natürlich alles mit einem weinenden und auch lachenden Auge. Auf der einen Seite der Stolz, diese Leistung in nur 15 Monaten bewältigt zu haben. Und auf der anderen Seite steht die heutige Situation.

Der Bahnhof wartet nun geduldig auf die Reisenden, doch ohne funktionierenden Flughafen wird der Geisterbahnhof wohl auch weiterhin verwaisen.  Die Problematik für die Bahn liegt in der regelmäßigen Nutzung der Anlage. Weichen und Signale müssen benutzt werden, sonst veraltern und verrotten die Anlagen. Der Bahnhof und die Tunnelanlagen müssen belüftet werden und so bleibt der Bahn nur eine Alternative. Die Züge müssen rollen, auch ohne Passagiere. Das gesamte Kostenvolumen beläuft sich pro Monat auf geschätzte zwei Millionen Euro. Geld, das die Bahn natürlich nun auch vehement zurückfordert. Die Verhandlungen mit der Flughafengesellschaft laufen auf Hochtouren. Ob es nun letztendlich zur Klage kommt, das wird die Zeit zeigen. Wie noch so vieles mehr am und um den neuen Flughafen.

Foto: © Alexander Obst / Marion Schmieding (Flughafen Berlin Brandenburg)

 

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