Wowereit holt sich endlich einen Fachmann für den BER in sein Rathaus

Jeden Tag finden Neugierige eine neue Nachricht über den neuen Hauptstadtflughafen in den News, meistens lesen sie wenig Gutes. Die Frage, wann der hochgelobte und Milliarden teure Flughafen endlich fertiggestellt sein wird, stellt sich inzwischen wohl kaum noch jemand. Längst scheint der Bürger in Deutschland zu befürchten, dass das Prestigeprojekt ein Milliardengrab werden wird, zu dessen Rettung viele weitere Milliarden nicht nur aus deutschen Steuergeldern versickern werden.

Rotes Rathaus mit Fernsehturm, Berlin

Guter Rat muss nicht teuer sein

Während sich vor allem jetzt zur Ferienreisezeit Wartende auf dem Flughafen in Berlin Schönefeld die Beine in den Bauch stehen, um irgendwann an ihre Urlaubskoffer zu gelangen, herrscht über die Fertigstellung des Großflughafens in Berlin immer noch Ratlosigkeit. Dies soll sich jetzt ändern. Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ist als Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Flughafengesellschaft gegenwärtig auf der Suche nach einem Fachmann, mit dessen beratender und unterstützender Hilfe das Großprojekt letztlich doch noch realisiert werden soll. Dass nun ausgerechnet an demjenigen gespart wird, der das Chaos in Ordnung bringen soll, klingt etwas witzig. Fakt ist allerdings, dass der „Neue Retter“ sich wahrscheinlich mit einem tariflichen Einstiegsgehalt von 3579 Euro monatlich begnügen wird.

Es bleibt die Frage: Warum erst jetzt?

Noch steht anscheinend nicht fest, wer der Berater sein wird, der nach Wowereits Willen befristet bis 2016 als Mitarbeiter seiner Senatskanzlei angestellt sein wird. Die Stellenausschreibung allerdings klingt ein wenig befremdlich und sorgt nicht nur bei seinen erbitterten Gegnern vor allem für leichten Spott. Fest steht allerdings und das sieht vor allem die politische Opposition so, dass man sich die peinliche Suche nach einem Fachmann zu einem Zeitpunkt, an dem bereits Milliarden in den Sand gesetzt oder auf wundersame Weise verschwunden sind, hätte sparen können, wenn man das Projekt von vornherein durch kompetente Fachleute hätte betreuen und kontrollieren lassen. Gesucht wird laut Stellenbeschreibung gegenwärtig nämlich ein Architekt oder Bauingenieur, der die bisherige Arbeitsgruppe der Flughafenentwicklung im Berliner Rathaus verstärken soll. Warum man allerdings erst jetzt auf die Idee kommt, sich von fachlich kompetenten Mitarbeitern unterstützen zu lassen bleibt fraglich. Am Fachkräftemangel kann dies wohl nicht liegen. Denn ein einziger Blick in das vom Trifels Verlag herausgegebene Branchenbuch, die Gelben Seiten, zeigt bei der Suche nach Bauingenieuren allein für das Stadtgebiet Berlin 397 Treffer und für den Berufsstand der Architekten sogar 1596.

Die Hauptaufgabe des neuen Senatsangestellten wird es sein: „im Zusammenhang mit der Fertigstellung des Flughafens BER“ aus baufachlicher Betrachtung bisherige Vorgänge zu analysieren und diese nachvollziehbar für den Vorsitzenden Wowereit aufzubereiten zudem wird er künftige bauliche Maßnahmen „unter Berücksichtigung von Ausschreibungen der FBB, Überprüfung von Nachtragsforderungen gegenüber der FBB und Genehmigungsverfahren“ begleiten. Bleibt im Interesse aller Steuerzahler und Reisender zu hoffen, dass sich in Kürze jemand finden wird, der den Anforderungen der Stellenausschreibung entspricht und auch bereit ist, dass von überbezahlten Managern angerichtete Chaos für ein Taschengeld in Ordnung zu bringen.

Foto: © Increa – Fotolia.com

  1. Die „Fachmänner“ die er sich geholt hat kennt man ja.

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