Sorgen Verzögerungen am BER für weiteren Ausbau kleinerer Regionalflugplätze?

Von den Verzögerungen bei den Bauarbeiten und der Fertigstellung am Berliner Großflughafen BER scheinen auch Regionalflugplätze anderer Bundesländer zu profitieren. So hat sich beispielsweise der Flugplatz Cochstedt in Sachsen Anhalt für das Jahr 2015 vorgenommen, seinem Namen als Flugplatz wieder gerecht zu werden und erste Schritte Richtung Wirtschaftlichkeit zu unternehmen.

Flugplatz Magdeburg-Cochstedt

Vom Militärflughafen zum Logistikzentrum

Historisch geht der „Airport Magdeburg – Cochstedt international“, so die offizielle Bezeichnung, auf einen im Jahr 1957 von den damaligen sowjetischen Besatzungstruppen eingerichteten Militärflugplatz zurück. Dieser befand sich auf dem heutigen Areal des Flughafens und wurde bereits 1968 so ausgebaut, dass er für logistische Zwecke genutzt werden konnte. Mit der Wende und dem Abzug der Besatzungstruppen forcierte die damalige „Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Aschersleben/Staßfurt“ den Erhalt des Flugplatzes, sowie seine zukünftige Nutzung als zivilen Flughafen.

Rettungsanker in Höhe von 65 Millionen

Nach mehren Höhen und Tiefen und trotz moderner Umbaumaßnahmen geriet der Flugplatz immer wieder in die Schlagzeilen, bis letztlich aufgrund der Insolvenz des Flughafenbetreibers der Flugverkehr zum 31. Dezember 2001 eingestellt wurde. Das Bundesland Sachsen Anhalt erwarb aus der Konkursmasse die wesentlichen Anlagen und versuchte den Fortbestand des Vorhabens zu sichern. Ziel war es weiterhin auf dem Gelände einen Flughafen zu etablieren, der sowohl für logistische Transporte als auch für den Passagierflug genutzt wird. Mit einer Investitionssumme von rund 65 Millionen Euro aus dem Land Sachsen Anhalt gründete sich 2005 zunächst unter Beteiligung des Landkreises Aschersleben-Staßfurt die FMC Flughafen Magdeburg-Cochstedt mbH.

Cochstedt seit 2010 auch als Passagierflughafen

Die ersten Urlaubsflieger allerdings starteten in Cochstedt erst, nachdem die dänische Airport Development A/S den Flughafen für einen Schnäppchenpreis von 1 Million Euro im Jahr 2010 erwarben. Für die Bewohner Magdeburgs und der umliegenden Gebiete ging ein Traum in Erfüllung. Konnten sie doch erstmals auf der Suche nach einem preiswerten Urlaubsflug im Internet, wie sie von www.byebye.de/flug/ angeboten wird, auch ein Häkchen für den Flughafen Magdeburg-Cochstedt setzen. Angeflogen wurde im Sommer durch das Unternehmen Ryanair, dass sich anschließend aber vom Cochstedter Flughafen wieder zurückzog.

Mittlerweile, fünf Jahre später, setzen die Betreiber abermals auf Passagierflüge im Bereich Pauschalurlaub und bieten Urlaubsflüge mittels Chartermaschinen in die Türkei, nach Italien und die Emirate an.

Zunehmendes Augenmerk legen die Betreiber allerdings auch wieder auf das angegliederte Logistikzentrum. Neben angebotenem Frachtcharter vor Ort, freien Gewerbeplätzen, zwei hochmodernen Logistikzentren und einer 24/7 Flugerlaubnis soll der Flughafen in Zukunft mit einer eigens für den Platz erbauten direkten Bahnverbindung für den Güterverkehr locken. Diese ist bereits seit Mitte 2014 in Arbeit und soll voraussichtlich noch 2015 fertiggestellt und betriebsbereit sein.

Foto: © Kumbabali – Fotolia.com

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