100 Tage Besonnenheit : Mehdorf-Nachfolger Karsten Mühlfeld treibt BER voran

Karsten Mühlenfeld war zum 23. Juni seit 100 Tagen Vorsitz der Geschäftsführung der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft, Chef des berüchtigten Millionengrabes «BER». Anders als die streitsüchtige Medienfigur Mehdorn polarisiert er dabei nicht, viel mehr hält er die Dauerbaustelle fern aus den Tagesnachrichten.

Mühlfeld warnt, man müsse jetzt erst einmal fertigbauen, durch Umplanung entstünden nur neue Verzögerungen. Er ist Chef einer laufenden Großbaustelle und versucht, diese voranzutreiben. Seinen Posten nutzt er seit Antritt ganz anders als Vorgänger Hartmut Mehdorn. So wenig wie möglich versucht Mühlfeld, die Presse in den Bauprozess zu integrieren. Zu viel Zeit haben die Medienauftritte über die Jahre gekostet, Mühlfeld sieht man selten vor einer Kamera.

Foto: © PhotographyByMK – Fotolia.com

Foto: © PhotographyByMK – Fotolia.com

Aufsichtsratchef Rainer Bretschneider lobt das besonnene Vorgehen des neuen Chefs. Mühlfeld habe einen «guten Start auf schwierigem Terrain» gemeistert. Auch Martin Delius von der Piratenpartei findet «nicht viel zu meckern». Er ist Vorsitzender des Flughafen-Untersuchungsausschusses und hält dem 52-Jährigen zugute, dass er den Vorgaben des Aufsichtsrats folge und auch sonst eine gewisse Ruhe in das Projekt gebracht habe. Dass Mehdorn zuletzt untragbar für das katastrophale Bauvorhaben war, das stellt niemand in Frage. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider lobt, dass sich die Zusammenarbeit in den letzten Monaten deutlich verbessert habe und Landrat Stephan Loge, Leiter des Bauordnungsamtes, fügt hinzu, dass mittlerweile Termine immer öfter eingehalten würden.

Ob das Projekt BER mit Karsten Mühlfeld einer glänzenderen Zukunft entgegensteuert, bleibt dabei offen. Bisher habe sich der neue Chef nicht zu finanziellen Fragen und Kreditwürdigkeit der Flughafengesellschaft geäußert, fügt Delius kritisch hinzu. Es fehlt nach Mehdorn ein Prellbock, der das Projekt auf seine Schultern nimmt. Als Mühlfeld in einem Interview gefragt wird, ob er für BER die Hand ins Feuer legen würde, scherzt er schlicht, seine Hände seien ihm wichtig. Und so bleiben viele Fragen um den Flughafen auch mit dem neuen Chef unbeantwortet.#

Quelle: Handelsblatt

  1. Neuer Name, das gleiche Spiel, die gleichen neuen verschwendeten Milliarden.

    Reply

Hinterlasse ein Kommentar

Your email address will not be published.